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Die Märchen-Omi erzählt:

Friedolin, der fröhliche Märchen-Frosch

ISBN: 978-3-930768-61-5

Seiten 248, Euro 11,90

 14 Fotos

 


 

Friedolin, der Märchenfrosch

 

 

Es war einmal ein kleiner, grasgrüner Frosch, der in einem märchenhaft angelegten Garten-Teich lebte, der sich direkt hinter dem schmucken Fachwerk-Haus befand, in dem Oliver mit seinen Eltern, seiner Omi und dem Langhaar-Dackel Tapsi lebte.

Friedolin war der friedlichste und fröhlichste Frosch weit und breit und fast alle Tiere waren mit ihm befreundet, weil er immer beschwingt und frohen Mutes im Wasser herum planschte.

Außerdem war er aber auch äußert wissbegierig und quakte nicht nur mit den anderen Fröschen um die Wette, nein, er belauschte jedes Gespräch, das im und um den Teich geführt wurde und machte sich über das Gehörte viele Gedanken.

Er beherrschte daher mindestens zehn Sprachen, denn er verstand:

Das Geplätscher der Wellen,

das Gluckern der Fische,

das Schnattern der Enten,

das Zirpen der Grillen,

das Rauschen der Blätter,

das Summen der Bienen,

das Säuseln des Windes,

die rauen Töne des Sturmes,

das Grollen der Gewitterwolken,

das warme Lächeln der Sonnenstrahlen

und manchmal verstand er sogar

die zauberhaften Geschichten,

die ihm sein bester Freund Oliver erzählte.

 

Oliver kam liebend gern an den Garten-Teich, setzte sich in das weiche Gras und träumte. Seine Wunschträume waren bunt und schillernd wie Seifenblasen und Friedolin wünschte sich oft heiß und innig, auch ein Menschenkind zu sein, um sich ebenfalls so wundervolle, fantastische Bilder vorstellen zu können. Oliver plauderte häufig mit Friedolin, ließ ihn auf seiner Hand sitzen, kitzelte ihn mit einem Gras-Halm, bespritzte ihn mit Wasser oder lief mit ihm um die Wette rund herum um den kleinen Teich. Bei diesem Wettkampf wurde Friedolin zwar fast immer Sieger, weil er ein wenig schummelte, indem er einfach quer durch den Teich schwamm und nur die letzten paar Meter vergnügt durch das Gras hüpfte. Oliver tat aber immer so, als ob er dies nicht bemerkte und dafür liebte Friedolin ihn noch heißer und inniger.

Oliver und Friedolin hatten aber noch eine große, gemeinsame Vorliebe, sie schwärmten nämlich von romantischen und gefühlvollen Märchen, konnten daher stundenlang auf der grünen Wiese liegen und angestrengt darüber nachdenken, was sie alles so anstellen würden, wenn sie selbst eine Märchenfigur wären.

Sie träumten dann von großen Abenteuern, die sie natürlich immer erfolgreich bestehen würden, um danach schwer beladen mit Edelsteinen, Gold und Perlen wieder nach Hause zu kommen.

Selbstverständlich würden sie ihre gesammelten Schätze verteilen, um alle Menschen und Tiere auf der Welt satt und glücklich zu machen.

Friedolin liebte diese Träume über alles und begann daher, Tag und Nacht in seinem Teich nach verborgenen Kostbarkeiten zu suchen.

Außerdem versuchte er vergeblich, die güldenen Sonnen-Strahlen einzufangen, die leider immer wieder lachend davon hüpften.

Brennend interessierte er sich ebenfalls für die silbernen und goldenen Sterne am nachtblauen Himmel und den dicken, goldgelben Mond, der manchmal jedoch auch silberhell schimmern und leuchten konnte.

Die unzähligen winzig kleinen, blinkenden Sterne sahen für Friedolin wie silberne oder goldene Frösche aus, die er als Geschwister betrachtete und daher stets mit lautem Gequake begrüßte, wenn er sie am Himmelszelt entdeckte.

Die Frösche im Teich unterstützten ihn natürlich in seinem Glauben und oft machten sie so einen gewaltigen Krach, dass Oliver nicht einschlafen konnte, neugierig am Fenster stand und gar zu gerne gewusst hätte, was die Wasser-Panscher so in Aufregung versetzte.

Oliver und Friedolin liebten die Sternenkinder, die ihre goldenen oder auch silbernen Grüße auf die Erde schickten und natürlich den Mond, der manchmal wie ein runder, goldgelber Luftballon am Himmel hing oder auch als eine große silberne Kugel den Himmel erleuchten konnte.

Außerdem machten sie sich aber auch Gedanken darüber, warum der Himmel in manchen Nächten bedeckt blieb und die Sterne und der Mond daher vollkommen unsichtbar blieben.

Eine ungelöste Frage blieb ebenfalls, warum der Mond so oft seine Figur veränderte.

Hatte er etwa Gewichtsprobleme und bekam ab und zu eine Schlankheitskur verordnet?

Wie dünn er sich aber auch abhungerte, nach einer gewissen Zeit kam er doch wieder dick und rund zum Vorschein und lachte über das liebe runde Vollmond-Gesicht.

Wechselte er etwa nur aus Spaß seinen Umfang und seine Farbe, um den Menschen und Tieren eine Freude zu bereiten oder versteckte sich eine geheimnisvolle Botschaft hinter seinen ständigen Veränderungen?

Ganz egal, ob er nun die Welt vergoldete oder in sein Silberlicht eintauchte, sich dick oder dünn am Himmelszeit zeigte, es war immer wieder ein großes Wunder, das er vollbrachte und Oliver diskutierte daher häufig mit Friedolin über diese rätselhaften Vorgänge am Himmelszelt, ohne auf die meisten Fragen eine Antwort zu finden.

Die Teichbewohner bewunderten Friedolin sehr, wenn er ihnen von diesen Gesprächen berichtete und gaben ihm daher liebevoll den Namen:

„Friedolin, der Märchenfrosch“

Friedolin war auf diesen Namen genau so stolz wie der Mond auf seine Gold- und Silberstrahlen, die Blumen auf ihren Blütenduft und der See auf seine Seerosen.

Ganz besonders glücklich fühlte sich Friedolin jedoch, wenn er unter seiner Lieblings-Glocken-Blume den äußerst fantastischen, unglaublichen und spannenden Märchen lauschen konnte, die der gütige alte Mond den Teich-Bewohnern erzählte, wenn er rund und gut gelaunt war.

Vollmond-Nächte

 waren daher Zauber-Nächte!

Menschen, Tiere und auch Pflanzen fühlten sich beflügelt und konnten dann Dinge hören und sehen, die sie in ganz normalen Nächten leider nicht wahrnehmen konnten.

Alle warteten daher immer sehnsüchtig auf die Stunde, in der er zum Vorschein kam, seine goldene Brille aufsetzte und aus seiner Wolken-Tasche das dicke Märchenbuch hervor zauberte, in dem er viele Märchen aufgeschrieben hatte, die ihm auf seinen weiten Reisen begegnet waren. 

Wieder war so eine Nacht gekommen!

Der Himmel war wolkenlos, die Sterne blinkten und funkelten voller Vorfreude ihre Grüße auf die Erde und die ganze Landschaft war in ein Silber-Zauberlicht gehüllt wie in einen weichen, warmen Mantel.

„Ich werde Euch jetzt das Märchen von einem Frosch-König vorlesen“ begann der Mond.

„Friedolin muss daher besonders gut aufpassen, weil in diesem Märchen ein kleiner Frosch die Hauptrolle spielt.“

Als Friedolin seinen Namen hörte, wäre er vor Schreck beinahe ins Wasser gefallen!

Bis jetzt war es nämlich noch nie vorgekommen, dass der Mond eine Pflanze oder gar ein Tier persönlich angesprochen hatte.

Friedolins Augen wurden daher vor Staunen ganz groß und rund und sein kleiner Bauch blähte sich voller Stolz so dick auf, dass er beinahe geplatzt wäre.

Das war auf jeden Fall

 eine unglaublich, unfassbare und

gewaltige Nacht!

Auf einmal  begannen alle Frösche im Teich laut zu quaken und Friedolin wusste ganz genau dass dies jetzt nur ihm zu Ehren geschah.

Der Mond wartete jedoch geduldig, bis das Konzert zu Ende war, lächelte dann Friedolin freundlich zu und begann, das Märchen von dem Frosch-König vorzulesen:

„Es war einmal eine kleine Prinzessin, die war so wunderschön, dass sogar die roten Rosen im See vor Neid erblassten und schneeweiß wurden, wenn sie in das klare, reine Wasser schaute, um ihr Spiegelbild zu bewundern.

Sie spielte jeden Tag mit ihrer goldenen Kugel am Teich und warf sie voller Freude hoch in die Luft. Natürlich fing sie diese auch wieder genau so sicher, wie die Frösche im Teich ihre Fliegen.

Eines Tages verfehlte sie jedoch ihr Spielzeug und die Kugel fiel ins tiefe dunkle Wasser.

Da weinte die Prinzessin so Herz zerreißend, dass ein kleiner Frosch, der die liebreizende Königs- Tochter jeden Tag von seinem Versteck aus beobachtet hatte, von ihrem Schmerz so ergriffen war, dass er sofort hinab tauchte, um die goldene Kugel zu suchen.

Natürlich war sie für sein kleines Froschmaul viel zu groß und es dauerte fast einen ganzen Tag, bis er es geschafft hatte, die schwere Kugel unter Einsatz seines Lebens aus dem Teich zu fischen und sie dem wundervollen Mädchen zitternd vor die Füße zu legen.

Die Prinzessin war überglücklich und versprach dem Frosch aus Dankbarkeit alles, was er sich wünschte, einfach alles!

Er sollte nur sagen, was er gerne hätte.

Der kleine Frosch brauchte gar nicht lange zu überlegen, denn er wusste ganz genau, was er haben wollte, er träumte ja Tag und Nacht von nichts anderem.

Er bat die Prinzessen also innig, für immer mit ihr gemeinsam im Schloss wohnen zu dürfen sowie von ihren goldenen Tellerchen zu essen und neben ihr im seidenen Bettchen zu schlafen.

Für sie wollte er sein kleines Frosch-Leben für immer aufgeben, das er bisher über alle Maßen geliebt hatte.

Ja, dies war sein größter Herzenswunsch!

Die Prinzessin war sofort einverstanden und gab ihm ihr Wort, ihn in ihren Palast mitzunehmen.

Als sie ihn aber hochheben wollte, bemerkte sie, dass er kalt, glitschig, garstig und hässlich war und lief davon ohne ihr Versprechen einzulösen.

Der kleine Frosch fühlte sich jedoch belogen und betrogen und verfolgte die Königstochter bis in ihr Schlafzimmer.

Dort erinnerte er sie so heftig an ihr Versprechen, dass sie die Geduld verlor und ihn sehr verärgert mit voller Wucht an die Wand warf......“

Ein lauter Platsch unterbrach den guten, alten Mond an dieser Stelle und er schaute erstaunt zum Teich um zu sehen was geschehen war.

Friedolin war vor Aufregung und Schreck in die Luft gesprungen, hatte sich an der Glockenblume eine dicke Beule gestoßen und war entsetzt ins Wasser geplumpst.

Umständlich kam er wieder ans Ufer gekrochen und quakte aufgebracht:

„Das finde ich aber äußerst unfair und frech von der schönen Prinzessin!

Sie ist garstig und hässlich und nicht der Frosch!

So einen kleinen, harmlosen Wasserpanscher an die Wand zu werfen, ist richtig fies!

Wie kannst Du nur so etwas furchtbar Grauseliges erzählen, lieber, guter Mond?“

„So steht es nun mal hier in meinem Märchen-Buch“ beruhigte ihn der Mond.

„Du hättest mich aber nicht unterbrechen sollen, denn aus dem unansehnlichen Frosch wurde ein wunderschöner Königssohn, als er von der Wand herunter fiel und die Prinzessin verliebte sich in ihn und nahm ihn überglücklich in ihre Arme!“

„Nein Mond, die Geschichte gefällt mir trotzdem noch nicht“ quakte Friedolin noch immer äußerst aufgebracht!

„Ich wäre auch als Prinz nicht bei der Prinzessin geblieben, wenn sie mich nicht so respektiert hätte, wie ich nun mal in Wirklichkeit bin“ quakte Friedolin noch immer äußerst aufgebracht.

„Ich gebe ja zu, dass ich auch schon einmal heimlich davon geträumt habe, ein Mensch zu sein, um mit Oliver in seinem Haus leben zu können, aber mir wäre niemals der Gedanke gekommen, von ihm dafür etwas Unmögliches zu verlangen oder ihn gar zu verändern, damit mein Wunsch in Erfüllung gehen kann.

Nein, mir gefällt das Märchen überhaupt nicht, auf gar keinen Fall!

Eine Königstochter, die so egoistisch und gemein handelt, kann einfach nicht lieb und gut sein!

Ich kann das jedenfalls nicht glauben!

Außerdem hätte ich so einen Wurf an die Wand gar nicht überlebt, denn mir reicht schon meine Beule von der Glockenblume, die tut arg weh.

Großes Ehrenwort, lieber Mond, ich träume ganz bestimmt nie mehr von Dingen, die nicht gut für  mich oder den anderen sind, denn das kann ganz schön gefährlich werden, das habe ich noch nie so richtig bedacht.

Ich bleibe für immer bei meinen Freunden im Gartenteich! Es gibt nämlich nichts Schöneres auf der Welt, als mit den Pflanzen und Tieren zu plaudern, mit Oliver zu träumen und im weichen Silber-Zauber-Licht all Deinen wunderschönen Erzählungen zu lauschen mein lieber guter Mond.

Märchenstunden sind das Glanzvollste auf der Welt, vor allem, wenn es dabei auch noch so viel zu lernen gibt.“

Nach diesen gefühlvollen Worten von Friedolin nickten alle Blumen verständnisvoll mit ihren Blütenköpfen und die Frösche fingen als Beweis ihrer Zustimmung noch einmal so laut zu quaken an, dass der Mond sich die Ohren zuhalten musste.

Als es wieder ruhig geworden war, klappte der Mond sein Märchenbuch zu und meinte lächelnd:

„Da bin ich aber wirklich froh, dass Du so denkst Friedolin, denn wir alle würden Dich natürlich sehr vermissen, wenn Du nicht mehr auf Deinem Lieblingsplatz unter der Glockenblume sitzen würdest.“

„Ich kann mir ein Leben ohne Euch doch auch nie mehr vorstellen“ rief Friedolin tief berührt.

„Ich bin als Frosch sehr glücklich und zufrieden und will daher auch ganz bestimmt niemals mehr davon träumen, jemand anderes zu sein.

Großes Ehrenwort!“

Zum Beweis seiner Worte vollführte er einen so hohen und waghalsigen Freudensprung dass allen Teichbewohnern vor Schreck der Atem stockte.

Als er endlich wieder sicher gelandet war, steckte der Mond das Märchenbuch in seine Wolken-Tasche, nickte zufrieden und wandte sich noch einmal an seine Zuhörer mit den Worten:

„Dann sind wir uns ja alle einig,

dass ein Märchen

 eine Geschichte zum Nachdenken,

aber niemals zum Nachmachen ist!“

 Nach diesen Worten verschwand er zufrieden hinter seinem riesigen Wolkenturm und blieb dort bis zur nächsten Märchenstunde verschwunden, die erneut mit den altbekannten Worten begann:

„Es war einmal: ...................“


 Frosch-Lied:

Keiner springt so hoch,

 wie Frosch Friedolin,

vor dem voll Schrecken alle Fliegen flieh’n!

 

Friedolin wohnt an einem kleinen Teich

und fühlt sich wohl in seinem feuchten Reich.

In der Vollmondnacht hört er gerne zu,

wenn der Mond erzählt Märchen voller Ruh!

 

 

Der Mond liest von der Königstochter vor,

die goldne Kugel sie im Spiel verlor.

Ein Frosch holte die Kugel ihr zurück,

sie wollt ihm alles schenken vor Glück!

 

 

Doch dann sie den Frosch viel zu eklig fand

und warf ihn voll Wut ganz fest an die Wand!

Im Märchen wurde zum Prinzen er nun,

doch Friedolin sagt:

„Mit mir soll’s keine tun!“



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