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Das März-Märchen 2021

Ein kleiner Hase in Nöten

Auszug aus dem Buch:

Die Märchen-Omi erzählt:

"Oliver der liebenswerte Märchen-Wichtel"

ISBN: 978-3-930768-61-5

Es war einmal ein kleiner Hase, der saß auf dem Waldweg und überlegte:

‚Warum ausgerechnet ich?

Was gibt es an mir so Besonderes zu sehen?

Weshalb sind die Kinder gerade über mich so völlig aus dem Häuschen geraten?

Die müssen total verrückt geworden sein, anders ist ihr Verhalten nicht zu erklären!

Oder sollte ich mich doch verändert haben?

So angestrengt ich aber auch mein Spiegelbild in dieser Pfütze betrachte, ich kann nichts Außergewöhnliches an mir finden! Ich schaue aus wie immer!

Ich habe natürlich sofort meine weltberühmten Haken geschlagen und mich schnellstens aus dem Staube gemacht!

Ein Angsthase bin ich deshalb noch lange nicht!

Wenn Menschen jedoch so betont freundlich sind und dazu auch noch so albern lachen, dann ist immer etwas im Busche das weiß jeder Hase!

Da heißt es nur, Fersengeld geben!

Lieber ein lebendiger Hasenfuß als ein toter Held!

Trotzdem, irgendetwas muss an mir gewesen sein, denn so aufgeregt reagieren die Menschen sonst nicht, wenn sie einen gewöhnlichen Hasen sehen! Sie gebärdeten sich ja wie Spürhunde, die eine heiße Spur verfolgen.

Was suchten sie?

Ob meine Lauscher verstopft sind, kann ich nicht mehr richtig hören?

Ich habe nämlich etwas von Eiern vernommen, aber das muss ein totaler Hörfehler sein, denn Eier lege ich ganz bestimmt nicht und ich wüsste auch keinen in meiner Familie, der dies je fertig gebracht hätte! Wozu auch?

Eier werden von den Menschen leider sofort eingesammelt und aufgegessen, dafür gibt es Beispiele genug!

Da sind wir Hasen schon ein schlaues Völkchen!

Wir bringen gleich lebendige Junge zur Welt genau wie die Menschen auch.

Das ist sehr klug, denn vor dem Leben hat der Mensch Achtung, das schützt er!

Darum gibt es auch für uns Hasen extra eine Schonzeit.

Leider dauert diese nur nicht lange, denn kaum werden wir kleinen Hasen etwas größer, schon werden wir gejagt.

So weit, so gut, aber warum haben sie heute Jagd auf mich gemacht

1. bin ich ein kleiner Hase,

2. ist auch noch Schonzeit und

3. hatten sie gar keine Gewehre dabei

und keine Hunde, nur Körbe!

Ach ja, sie machten ja auch Jagd auf Eier!

Komisch, dass ich davon noch nichts gehört habe.

Ich passe doch jedes Mal genau auf, wenn sich die erwachsenen Hasen unterhalten und bekomme daher auch immer alles mit!

Nur diesmal nicht!

Mein Hinterteil nannten die Menschen sogar Blume und zu meinen Ohren sagten sie Löffel!

Also, da muss wirklich etwas nicht in Ordnung sein, da bin ich mir ganz sicher!

Entweder bin ich übergeschnappt oder die!

Nein, wie eine Blume sieht mein Hasenpopo ganz bestimmt nicht aus, auch nicht mit viel Fantasie und mit meinen Ohren kann man ganz gewiss keine Suppe auslöffeln.

Wie kommen die Menschen nur auf diesen echt verrückten Vergleich? Ob das am Wetter liegt?

Es hat sehr viele Tage hintereinander geregnet und so etwas kann schon aufs Gemüt schlagen! Jedenfalls beim Menschen! Hasen sind da gottlob anders!

„Oster-Hase“ riefen sie auch hinter mir her!

Was habe ich mit Ostern zu tun?

Da läuten die Kirchenglocken und die Menschen werden unruhig, laufen in Scharen über die Felder und führen sich so närrisch auf, als hätten sie dies alles noch nie gesehen!

Aber was hat das mit uns Hasen zu tun?

Am besten ich hopple schnell nach Hause und frage Großvater Ottokar der hat schon einige Ostern erlebt und weiß sicher Bescheid.’

Großvater Ottokar hielt schon Ausschau nach seinem jüngsten Enkelkind und war gar nicht verwundert über die vielen Fragen, die wie ein Wasserfall aus dem kleinen Hasen sprudelten.

Das hatte er kommen sehen, denn schließlich war sein Enkelkind klug und wissbegierig.

Seine Antworten waren daher auch schon lange vorbereitet und er konnte sogleich voller Stolz beginnen:

„Ja, ja, die Menschen,

das ist wirklich eine eigenartige Rasse!

Wer wird sie je verstehen?

Ich jedenfalls nicht, obwohl ich schon sehr viel in meinem langen Hasenleben erlebt habe!

Außerdem mache ich mir auch Tag und Nacht etliche Gedanken über diese Menschenkinder wie kaum ein zweiter Hase hier im Revier.

Denk Dir nur, sie äffen uns Tiere auf jedem Gebiet nach und sind daher auch nur eine Mischung aus uns allen.

Darum sind sie auch so schwer zu durchschauen, denn um nur einzigen Menschen zu verstehen, muss man alle Tiere kennen und wer kann das schon?

Wirklich, eine sehr merkwürdige Rasse, die offensichtlich noch in der Entwicklung steckt und ausprobiert, was sie endgültig werden will!

Stell Dir nur vor,

einige Menschen hoppeln doch tatsächlich

so herum wie wir Hasen.

Andere dagegen hüpfen wie Kängurus,

stelzen wie Bachstelzen

oder watscheln wie Enten!

Manche krächzen sogar wie Raben,

gackern wie Hühner, röhren wie Hirsche

oder brüllen wie Löwen.

Auch spucken etliche wie Lamas,

schimpfen wie Rohrspatzen

oder balzen wie die Auerhähne!

Andere schlafen wie Murmeltiere,

lausen sich wie Affen, schwimmen wie Fische,

sind bunt gekleidet wie Papageien,

fangen Fliegen wie Frösche,

bauen Staudämme wie Biber

oder schwärmen wie Bienen!

Einige stecken den Kopf in den Sand

wie der Vogel Strauß

und so weiter und so weiter .....

Bis jetzt haben sie wirklich

nur alle Tiere nachgemacht

und es wird höchste Zeit, dass bald etwas Eigenes aus der Sorte Mensch wird!

Sonst kann es noch passieren,

dass eines Tages alle Hühner über sie lachen!“

„Und alle Hasen natürlich“ amüsierte sich der kleine Hase.

„Wer Ostern nämlich Jagd auf Eier macht, die wir Hasen gelegt haben sollen, kann wirklich noch nicht ganz ausgereift sein!

Das verstehe ich, Großvater!

Du bist doch der Größte, Klügste, Gescheiteste und Intelligenteste weit und breit!

Ich trolle mich jetzt davon und lege mich aufs Ohr

denn das war wirklich ein anstrengender Tag und Probleme wälzen macht schrecklich müde! Nun weiß ich aber endlich, woher die Frühjahrs-Müdigkeit kommt!

Das wollte ich schon immer gerne wissen!

Es hängt also alles mit dem Oster-Fest zusammen und den vielen Schwierigkeiten, die diese Feier-Tage mit sich bringen! So ein Spaziergang kann doch recht lehrreich sein,

man muss nur seine Lauscher immer hübsch hoch stellen, damit einem nichts entgeht!

Doch nun nichts wie ins Bett denn das Problem „Mensch“ werde ich heute sowieso nicht mehr lösen. Am besten ich schlafe erst einmal darüber denn im Schlaf kommen uns Hasen immer die besten Gedanken und Lösungen!

Trotzdem, Gedanken muss ich mir aber weiter über diese Menschen machen, ich darf sie nicht aus den Augen lassen und ich bin mächtig gespannt, was einmal aus ihnen wird!

Du auch?“

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